Der vierte in der EU zugelassene Impfstoff gegen SARS-CoV-2: Ad26.COV2.S


Mit dem Vektorimpfstoff Ad26.COV2.S (Johnson & Johnson; Janssen Biotech Inc.) hat nunmehr der 4. Impfstoff gegen COVID-19 eine bedingte Marktzulassung durch die Europäische Kommission erhalten. Wesentliche Unterschiede zu anderen bisher zugelassenen Impfstoffen sind die nur einmalige Impfung und die einfachere Aufbewahrung. In unserem Hauptartikel berichten wir über die bislang vorliegenden Daten dieser DNA-Vakzine.

 

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Thrombotische Komplikationen und der Thrombozytopenie nach Impfungen mit Vaxzevria (vormals ChAdOx1 nCoV-19-Vakzine).


Der vermutete Pathomechanismus ähnelt dem einer Heparin-induzierten Thrombozytopenie (HIT). Um eine Verwechslung zu vermeiden, wird die Bezeichnung "vaccine induced prothrombotic immune thrombocytopenia" (VIPIT) vorgeschlagen, die auch als Hinweis interpretiert werden kann, dass diese immunologisch vermittelte Nebenwirkung wahrscheinlich nicht spezifisch für Vaxzevria ist. Wir referieren über die Empfehlungen der deutschen Gesellschaft für Thrombose- und Hämostaseforschung e.V. (GTH) für eine rationale Diagnostik und geeignete therapeutische Maßnahmen dieser schweren Nebenwirkungen.

 

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Mittelschwere ambulant erworbene Pneumonie: Verkürzung der antibiotischen Therapie möglich.


Eine doppelblinde, randomisierte, plazebokontrollierte Nicht-Unterlegenheitsstudie mit 310 Patienten mit mittelschwerer ambulant erworbener Pneumonie hat gezeigt, daß wenn nach 3 Tagen Behandlung mit einem Beta-Lactam-Antibiotikum (hier: Amoxicillin/Clavulansäure p.o.) eine klinische Besserung eintritt und keine Komplikationen auftauchen, die Beendigung der antibiotischen Therapie einer Fortführung für weitere 5 Tage nicht unterlegen ist. Zu einem ähnlichen Ergebnis kam auch schon eine niederländische Studie 2006 bei Patienten mit milder bis mittelschwerer ambulant erworbener Pneumonie nach 3 Tagen i.v. Behandlung mit Amoxicillin. Die in der Leitlinie empfohlenen 5-7 Tage antibiotische Behandlung sollten also hinterfragt werden.

 

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Herausforderungen für einen globalen Zugang zu Impfstoffen gegen SARS-CoV-2.


Sieben Autoren aus den Bereichen Public Health, Ökonomie, Infektiologie und Epidemiologie haben zu diesem wichtigen Thema einen sehr lesenswerten Artikel im Lancet veröffentlicht. Sie untersuchten die gegenwärtige Lage von 26 Impfstoffen bzw. Impfstoffkandidaten. Zumindest 5 dieser Impfstoffe wurden für das Jahr 2021 bereits zu >70% von Industriestaaten vorbestellt und werden deshalb vermutlich für Impfungen in Entwicklungs-/Schwellenländern nur wenig oder gar nicht zur Verfügung stehen. Angesichts dieses Verhaltens der Industrieländer hat die WHO die "COVID-19 Vaccine Global Access" (COVAX) Infrastruktur gegründet, die eine faire sowie gerechte Verteilung der Impfstoffe erreichen soll. Die Grundidee von COVAX ist, dass kein Land mehr als 20% seiner Bevölkerung impft bis weltweit alle Länder 20% der Bevölkerung geimpft haben. Es muss leider jedoch davon ausgegangen werden, dass dieses Ziel wegen des "Impf-Nationalismus" der reichen Industrienationen nicht umgesetzt werden kann.

 

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Semaglutid: die Spritze zum Abnehmen?


Adipositas wird heute als globale Epidemie angesehen. Sie ist mit einer Vielzahl von Begleiterkrankungen und mit einer signifikant erhöhten Morbidität und Mortalität assoziiert. Bei adipösen Menschen führt eine Gewichtsabnahme um 5% bereits zu positiven Auswirkungen auf die Gesundheit. Grundlage des Gewichtsmanagements bei Adipositas ist eine Kombination aus Ernährungs-, Bewegungs- und Verhaltenstherapie. Damit ist ein Gewichtsverlust von 5-7% zu erzielen. Zur Unterstützung bzw. Verstärkung der Gewichtsabnahme kommen auch Arzneimittel, diverse Implantate und chirurgische Eingriffe in Frage. Diese Maßnahmen reduzieren nachweislich das Körpergewicht, haben aber zugleich teils erhebliche Nebenwirkungen, die berücksichtigt werden müssen. Zuletzt sind zwei Substanzgruppen aus der Diabetestherapie in den Fokus der Adipositasbehandlung getreten.

 

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COVID-19-Therapie: Aktuelles zum Stellenwert der Antikoagulation


Der Stellenwert einer Antikoagulation in der COVID-19-Therapie bleibt vorerst unsicher. Bei intensivpflichtigen COVID-19-Patienten ist eine höher dosierte Antikoagulation, wie sie seit Mitte 2020 in vielen Zentren routinemäßig praktiziert wird, aktuellen vorläufigen Studiendaten zufolge möglicherweise mit einem ungünstigen Nutzen-Risiko-Verhältnis verbunden, während mäßig schwer erkrankte (nicht intensivpflichtige) hospitalisierte COVID-19-Patienten profitieren dürften. Viele Fragen sind jedoch noch offen, und die endgültigen Ergebnisse mehrerer laufender kontrollierter randomisierter Studien bleiben abzuwarten. Keine generellen Empfehlungen für eine Antikoagulation können derzeit gegeben werden bei leicht erkrankten (ambulanten) COVID-19-Patienten und bei entlassenen Patienten nach einer COVID-19-Erkrankung. Definitiv keine Indikation für eine Antikoagulation haben asymptomatische SARS-CoV-2-positiv getestete Personen.

 

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Der erste zugelassene adenovirale Vektorimpfstoff gegen SARS-CoV-2: ChAdOx1 nCoV-19 (AZD1222)


Die durch den ersten in der Europäischen Union zugelassenen Adenovirus-basierten Impfstoff ChAdOx1 nCoV-19 (zuvor AZD1222; AstraZeneca) induzierte Immunität – gemessen an der Induktion neutralisierender Antikörper und spezifischer T-Zellen – ist vergleichbar mit den beiden bereits zugelassenen mRNA-Impfstoffen, auch bei älteren Menschen. Die klinische Wirksamkeit, also der Schutz vor Erkrankung an COVID-19, liegt bei ca. 70%. Bei einem Vergleich der Wirksamkeit von ChAdOx1 nCoV-19 mit den beiden zugelassenen mRNA-Vakzinen muss jedoch berücksichtigt werden, dass die Studien mit der ChAdOx1 nCoV-19-Vakzine in 4 Einzelstudien und 3 Regionen der Welt (Großbritannien, Brasilien, Südafrika) durchgeführt wurden. Das Auftauchen stärker ansteckender Virusmutationen in diesen Ländern und das nicht sehr einheitliche Behandlungsprotokoll in den 4 Studien mit der ChAdOx1 nCoV-19-Vakzine (z.B. Dosis, Impfintervall) erlauben keine indirekten Vergleiche mit den mRNA-Impfstoffen.

 

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Hinweis: die bisher zu den 3 zugelassenen Impfstoffen erschienenen Artikel können kostenfrei als ebook heruntergeladen werden


 

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"Frozen shoulder": frühe intraartikuläre Glukokortikosteroid-Injektionen vorteilhaft


Bei einer "Frozen shoulder" mit Symptomdauer unter einem Jahr führte eine intraartikuläre Injektion mit Glukokortikosteroiden zu einer klinisch signifikanten Besserung der Schmerzen innerhalb von 6 Wochen. Dieser Effekt hält bis zu 6 Monaten an. Ein zusätzliches Bewegungsprogramm mit einfachen Übungen, Stretching und Physiotherapie kann den Erfolg dieser Behandlung im Laufe eines Jahres wahrscheinlich noch verbessern. Patienten müssen über den Langzeitverlauf und die bezüglich der Funktionalität oft günstige Prognose im Hinblick auf eine konstruktive Mitarbeit bereits beim ersten Arztkontakt gut aufgeklärt werden.

 

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